Wer neu hier ist, muss sich auch beim Gärtnern einleben
Wer nach Südwest Florida kommt und Freude an einem Garten hat, der möchte vermutlich das Klima ausnützen und seinen Garten mit tropischen Blattpflanzen füllen. Oder man versucht es mit Pflanzen, die einen an zuhause erinnern. Dazu kommt noch die Möglichkeit, Gewürze und Gemüse für die eigene Küche hochzuziehen.
All dies ist machbar, mit einem Haken allerdings - die Zeit zum Anpflanzen ist hier gerade umgekehrt.
Um es genauer zu sagen: im Norden pflanzt man Tomaten und Gurken im Sommer an, hier wird das im Winter gemacht.
Stephen Brown, ein Gartenbaukünstler beim Lee County Extension Service in Fort Myers, sagt, dass Gärtner, die an das nördliche Klima gewöhnt sind, sich hier in Südwest Florida kräftig anpassen müssen.
"Es ist eine umgekehrte Saison, weil man im Norden Tomaten, Pepperoni und andere Gemüse im Sommer hochzieht. Hier unten pflanzen wir diese Gemüse in unserer kühlen Jahreszeit an, die sich ungefähr von Oktober bis Mai erstreckt."
Florida's Hitze und Luftfeuchtigkeit beeinträchtigen nicht nur Gemüse.
"Einige Gartenpflanzen können das ganze Jahr überstehen, wie zum Beispiel "Lantana", "Penta", Zinien, Geranien, und andere", sagt Herr Brown.
Die fehlende Dynamik der wechselnden Jahreszeiten beeinflusst auch Gärtner, die gerne einjährige Pflanzen haben.
"Wir haben eine kühle und eine warme Saison für einjährige Pflanzen", sagt Herr Brown.
Nach Herrn Brown's Meinung gedeihen Portulak und "crossandra" während Florida's warmer Saison sehr gut, Fleissige Lieschen, Löwenmaul und Petunien haben das kühlere Wetter lieber.
Im Sommer haben wir sehr viel Regen, was die Gartenarbeit stark beeinflusst.
Ginger Wakem lebt in Bonita Springs und verbringt sehr viel Zeit in ihrem Garten. Sie hat auf mühevolle Weise erfahren, was das Wasser alles anrichten kann.
"Etwas das ich über Gartenbau gelernt habe, ist, dass man nicht zu dicht bepflanzen soll. Wenn der Gärtner mir sagt, ich soll Setzlinge im Abstand von einem Meter einstecken, so pflanze ich sie auch wirklich mit einem Meter Abstand", sagte Frau Wakem.
"Wir haben so viel Sonne und Regen, dass sie einfach hochschiessen, schnell und gut wachsen."
Weil Florida so viel Regen hat, muss man hier im Sommer den Garten wenig bewässern.
"Keine übertriebene Bewässerung. Dies fördert manchmal Krankheiten bei den Pflanzen."
Zudem ist auch die Erde in Florida anders beschaffen.
"Die Erde hier in Südwest Florida ist meistens sehr alkalisch, und deshalb brauchen wir immer Produkte wie Schwefelsäuresalz, um den pH-Wert der Pflanzen zu senken", sagt Ed Scrivner, Miteigentümer des Scrivner's Garden Center in Fort Myers.
Wie die Pflanzensaison ist auch der pH-Wert der Erde in Südwest Florida das Gegenteil der Erde in den meisten nördlichen Staaten und Europa.
"Im Norden ist die Erde meistens sehr säurehaltig. Etwas vom ersten, was Leute tun, die neu hier sind, ist, Kalkdünger kaufen und unter die Erde mischen."
Wenn man keinen Kalkdünger verwendet, kann es zu einem Kalkdefizit in den Pflanzen führen, meint Herr Scrivner.
"Um genügend Kalk zuzufügen, ohne den pH-Gehalt der Erde komplett zu verändern, muss man manchmal einen Kalziumspray benutzen."
|